
Im Gebiet Neuaffoltern, das sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts rasch entwickelte, errichtete die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Unterstrass 1946 ein Pfarrhaus und in den Jahren 1949–1959 die Matthäuskirche. In späterer Zeit wurde an der Wehntalerstrasse das Kirchgemeindehaus dazu gebaut. Die Kirche ist noch weitgehend im Originalzustand erhalten und zeigt daher exemplarisch den Landistil an einem reformierten Kirchbau auf.
Am 4. Juni 1950 konnte die Matthäuskirche eingeweiht werden. Damals diente sie als Aussenstation der Kirchgemeinde Unterstrass, zu der auch noch die Pauluskirche gehörte. Selbständig ist die Kirchgemeinde Matthäus seit dem 1. Januar 1960. Damals zählte sie etwa 3'900 Mitglieder und durfte zwei Pfarrer beanspruchen: Heinrich Albrecht und Ewald Walter.
Auf Ewald Walter folgte im Jahre 1967 Karl Walder. Nachdem Pfarrer Albrecht am 30. Januar 1980 im Amt verstorben war, wurde eine Pfarrstelle wegen der geringeren Anzahl reformierter Quartier-Bewohner gestrichen. Nach dem Gemeindewechsel von Pfarrer Walder wurde 1981 Dr. Hugo A. Lautenbach als Gemeindepfarrer nach Zürich-Matthäus gewählt. Von November 1996 an betreute Jakob Vetsch als sein Nachfolger die Kirchgemeinde, zu der rund 1'000 Reformierte gehören, bis er an die neu geschaffene City-Kirche im Einkaufszentrum Sihlcity wechselte im 2007. Von 2008 bis Sommer 2013 war Pfarrer Josef Fuisz zu 80% bei uns als Pfarrer tätig, seit September 2014 ist es nun Pfarrerin Katharina Autenrieth-Fischlewitz mit einem 60%-Pensum.
Von 1949 bis 1950 entstand die Kirche Matthäus anhand Pläne des Architekten Max Gomringer. Der zeittypische Bau mit Landstilelementen ist perfekt ins Quartier integriert. Kennzeichen ist der kleine Turm mit offenem Stuhl und der ausgewogene Kirchensaal neben einem sehr ehellen, grosszügigen Foyer. Die Fassade mit verschiedenartigen Fenstern - farbige Glasfenster an der Kanzelwand, Oblichtband an der Nordostfassade und verspielte, blumenförmige Öffnungen auf der Treppenhausseite - weist auf die unterschiedliche Funktion im Inneren hin. Die Kirche ist noch immer weitgehend im Originalzustand erhalten und platziert sich mit dem monatlichen Forum und der Aktion "Offene Kirche" als wichtiges Zentrum für das Quartier.
Reformierte Kirchen der Stadt Zürich, Hochbaudepartement der Stadt Zürich, Amt für Städtebau, Archäologie und Denkmalschutz, 2006
Würden Sie gerne die Kirche von innen sehen, für ein Anliegen eine Kerze anzünden oder suchen Sie ein Gespräch? Gerne dürfen Sie sich für Letzteres im Pfarrhaus bei Pfr. Josef Fuisz (079 722 65 60) oder auch bei Pfr. Philipp Müller (078 862 78 71) melden.
Die Matthäus Kirche ist offen von Mittwoch bis Freitag, 9 – 18 Uhr
Die Matthäuskirche gehört zum Kirchenkreis sechs.
In der schlicht gehaltenen Kirche werden die Glasfenster von Max Hunziker aus den 1950er Jahren umso mehr betont.
1730Hoffeld 4, 8057 Zürich
Mittwoch bis Freitag,
9 – 18 Uhr
baujahr | architekt | |
1946 Pfarrhaus |
Max Gomringer |
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1949–1950 Kirche |
künstler | |
Max Hunziker |
Das mechanische Instrument besass ursprünglich neun Register auf zwei Manualen samt Pedal. Später kamen zwei weitere Register hinzu.
Erbauer: Metzler Orgelbau | Bau: 1950
1730