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Reformiertsein heisst, den Geist der Offenheit atmen - unsere Anlässe sind offen für alle.


Quelle von Wasser


En Guete, liebe Leserin, lieber Leser!

En Guete mit dem liebevoll zubereiteten Essen! Und zum Wohl bei dem, was Sie sich dazu einschenken! Denn ob vorher, dazu oder nachher, Sie wissen es ja: Trinken ist wichtig! Gerade jetzt im Sommer mit Hitze und Schweiss! Haben Sie Erinnerungen, wo Sie Durst und seine Stillung besonders erlebten?

 

« Jeder, der vom Wasser dieses Brunnens trinkt,
wird wieder dürsten, sagt Jesus,
doch wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe,
wird in Ewigkeit nicht dürsten,
sondern das Wasser, das ich ihm gebe,
wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden,
das sprudelt, um ewiges Leben zu spenden. »
Johannesevangelium

 

Dieser Text aus dem Johannesevangelium kommt mir oft in den Sinn, wenn es um trockene Kehlen und Erfrischung geht und er bedeutet mir viel.

Jeder, der vom Wasser dieses Brunnens trinkt, wird wieder dürsten, sagt Jesus.
Diese Einleitung erinnert zwar auch an die Mühsal, dass mancher Mangel uns immer wieder einholt und antreibt ihn zu beheben, doch zunächst erinnert er einfach an Bedürftigkeit als Teil unserer guten Geschöpflichkeit. Auch Jesus hat einige Augenblicke vorher eine Samaritanerin um Wasser gebeten. Solche Angewiesenheit verdrängen, hiesse weltfremd werden; sie anerkennen hingegen bedeutet, dem Wasser Sorge tragen, ermahnt dazu, einander das Wasser zu reichen und fordert auf, echte Bedürfnisse möglichst gut zu stillen, auch im übertragenen Sinn: Prächtige Fata Morganas vermögen das meist weniger als tiefe Brunnen; besser als Süssgetränk oder abgestandene Krüge, hilft ein Schluck aus fliessendem Nass. Den Durst nicht zu spüren oder zu vernachlässigen, schwächt und ist gefährlich. Saint-Exupérys kleiner Prinz schliesslich lehrt uns, dass auch der regelmässige Gang zum Brunnen wertvolle Erfahrung sein kann.

Sodann ist aber gerade das Wasser mit seiner Transparenz natürlich auch Symbol, durchsichtig für das himmlische Geschenk hinter irdischer Gabe, für die göttliche Dimension hinter irdischer Oberfläche.

Ist die unruhige Wasseroberfläche eines Brunnens oft funkelnd, bunt und schön, vermag der beruhigte Wasserspiegel vieles klarer zu zeigen – Einladung zum Innehalten! Wer indes trinken will, schöpft durch die Oberfläche hindurch in die Tiefe.

QuelleWer von dem Wasser trinkt, das ich euch gebe, wird in Ewigkeit nicht dürsten.
Was für ein Wort, das schon einmal die Angst vor dem Verdursten lindert! Nicht einfach mehr oder besseres Wasser, ganz anderes Wasser. Jesus Christus, wahrer Mensch und wahrer Gott, erinnert hier daran, dass wir als Kinder zweier Welten nicht nur Wasser „mit oder ohne“ brauchen, sondern ein Geschenk eingeschenkt, das den bleibenden Seelendurst stillt.

Was genau dieses Wasser ist, skizziert Jesus bei Johannes mehr als es auszumalen, sein Fliessen wird nicht festgenagelt. Von dem, was aufschimmert, drei Facetten:
Jesus bricht doppelt die Konvention, indem er als Jude mit einer Samaritanerin spricht. Auf die Sicherheit der strengen Regeln und die Anerkennung durch Gehorsam verzichtet er, weil er sich von Gottes Liebe getragen und befreit weiss zur befreienden Liebe. Ein erster Schluck von dem Wasser könnte also das Wissen sein, um eine in Gottes Weite und Nähe gründende Würde, eine lebensfreundliche Freiheit jenseits menschlichen Urteils.

In einer späteren Szene am Jakobsbrunnen sagt Jesus zu den Jüngern, die zu essen geholt haben, seine Nahrung bestehe darin, den Willen Gottes zu tun, der ihn gesandt habe. Ein zweiter Schluck von dem Wasser könnte also die Verankerung des Lebens sein in einer Ahnung von Sinn, wo wir unser Sein und Wirken an Gott ausrichten, in einem Vertrauen, dass uns unser Tun bei Annahme einer Aufgabe erfüllt und etwas von Ewigkeit in die Zeit sprudelt.

Schliesslich ändert Christus unsere Blickrichtung mit der Aussage, dass wir durch Verbindung mit Gott im Glauben selber zu Quellen werden können. Wie wir Wasser brauchen, weil unser Körper zu 70% daraus besteht, so sehnt sich unsere Seele nach Gott, weil etwas Göttliches in uns angelegt ist oder zumindest der Ruf nach dem Göttlichen.

Teresa von Avila sagt: Wir suchen in der Nacht nach der Quelle, und es ist der Durst, der uns den Weg erleuchtet.

Das Vertrauen in Christus öffnet die Augen für die Quelle und damit die Quelle selber, die so oft verschüttet scheint unter Sorge oder Selbsterniedrigung oder Ablenkung. Gott hat uns anvertraut, dass wir einander das Wasser reichen können und dabei aus dem Vollen schöpfen dürfen. Und wohlgemerkt: Eine Quelle behält ihr Wasser nicht, sie verschenkt es.

Das Wasser, das ich euch gebe, wird in euch zu einer Quelle von Wasser werden, das sprudelt, um ewiges Leben zu spenden.
Das ist wahrhaftig zum Wohl, unserem Wohl!

Pfr. Samuel Zahn

 

 


 

 

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